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Warum die Grundschule am Barbarossaplatz unbedingt erhalten bleiben muss

Kompetente Bildungspolitik statt Rechenspiele

Es kann nicht sein, dass eine funktionierende, gute Schule mit Vorbildcharakter wie die Grundschule am Barbarossaplatz von der Bezirksschulverwaltung geschlossen werden soll, während der Bund und das Land Berlin mit einer ambitionierten Grundschulreform und Bildungsinvestitionen in Milliardenhöhe im Sinne einer Bildungsrepublik Deutschland gänzlich andere Signale setzen. Auch mit Blick auf die anstehende Umsetzung der Schulreform wäre dies das falsche Signal.

Und das geschieht offenbar nur, um sach- und fachfremde Ziele und damit gänzlich andere als bildungspolitische Ziele zu verfolgen. Die Schulplanung darf nicht über „Bestückung von Immobilien durch Schüler“ rein kalkulatorisch ausgeführt werden, sondern es geht um pädagogische Konzepte und deren optimale Umsetzung.

Selbst wenn man bei den Zahlen bleibt, gibt es aus unserer Sicht einige Ungereimtheiten. So ist eine der Begründungen, die Schülerzahlen gingen stark zurück, für Schöneberg aus unserer Sicht nicht haltbar. Der Rückgang ist verschwindend gering und beträgt lediglich sieben Schüler bis 2014/15. Im Übrigen sollen die Schülerzahlen in der Grundschule am Barbarossaplatz von 320 auf 340 steigen. Das ist ein Zuwachs von knapp sechs Prozent. Sollte es tatsächlich zu wenige schulpflichtige Kinder im Einzugsbereich beziehungsweise zu geringe Schülerzahlen bei der Barbarossaschule geben - was nicht der Fall ist - wäre die Vergrößerung des Einzugsgebietes das normale Mittel der Steuerung der Schulauslastung.

 

Kleine Füße, kleine Wege

Große Verkehrsachsen wirken wie „natürliche Grenzen“ von Schuleinzugsbereichen. Weite Schulwege über große Verkehrsachsen sollten vermieden werden, da sie das Gefährdungspotenzial der Kinder erheblich erhöhen. Kinder sollten Straßen wie die Grunewaldstraße mit täglicher Verkehrsfrequenz von bis zu 20.000 Fahrzeugen, die Potsdamer Straße mit bis zu 40.000 Fahrzeugen sowie die Hauptstraße mit sogar bis zu 50.000 Fahrzeugen nicht überqueren müssen.

Wird die Grundschule am Barbarossaplatz geschlossen, dann verlängert sich der Schulweg einiger Kinder um bis zu 2 Kilometer. Das aber widerspricht den Grundprinzipien des Schuleinzugsbereichs mit dem Motto: „kleine Füße, kleine Wege“. Eltern könnten ihre Kinder über einen langen Zeitraum nicht mehr allein zur Grundschule schicken.


Modellschule

Die Grundschule am Barbarossaplatz ist die einzige Inklusions-Schule im Viertel und damit Modellschule. Inklusion darf nicht an der Schultür aufhören. Gerade Kinder mit besonderen Bedürfnissen und ihre Eltern brauchen Kontinuität und kurze Wege, damit die Beziehungen, die in der Schule geknüpft werden, sich auch auf andere Lebensbereiche ausdehnen können.

In den §§ 4 (3) und 36 (2) des neuen Schulgesetzes für Berlin ist der Vorrang des gemeinsamen Unterrichts für die sonderpädagogische Förderung gesetzlich festgelegt. Inklusion ist der weitest mögliche Schritt in diese Richtung. Eine andere Schule zu Inklusionsschule umzubauen, dürfte teuer sein.


 

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